Änderung des Unterhaltsvorschussgesetzes

Geschrieben von RA T. Teepe. Veröffentlicht in Familienrecht

Der Bundesrat hat am 02.06.2017 der Reform des Unterhaltsvorschussgesetzes Zugestimmt. Kernpunkte sind der Wegfall der Altergrenze sowie der Befristung.

Der Unterhaltsvorschuss steht alleinerziehenden Elternteilen zu. Sie sollen hierdurch entlastet werden. Somit sollen auch alleinerziehende Mütter, bei denen der Kindesvater unbekannt ist, in den Genuss von Unterhaltsleistungen kommen. Wenn der andere Elternteil zwar bekannt ist aber entweder nicht auffindbar oder nicht leistungsfähig kann ebenfalls Unterhaltsvorschuss beantragt werden, dann entfällt die mühseelige Geltendmachung gegenüber dem anderen Elternteil. Der Unterhalt wird von der Unterhaltsvorschusskasse gezahlt, auf die im Gegenzug der Unterhaltsanspruch in entsprechender Höhe übergeht, so dass diese sich ggf. den Unterhalt von dem Unterhaltsschuldner wiederholen kann.

Bislang konnte der Unterhaltsvorschuss lediglich für 72 Monate bezogen werden und maximal bis zum 12. Lebensjahr des Kindes. Diese beiden Begrenzungen entfallen nunmehr, so dass bei Vorliegen der Voraussetzungen ggf. auch bis zur Vollendung des 18.Lebensjahr Unterhaltsvorschuss bezogen werden kann.

Die Änderung trat zum 01.07. in Kraft.

Weitere Informationen können über die Internetseiten des zuständigen Jugenamtes eingeholt werden. Auch stehen wir Ihnen natürlich gerne zur Beratung zur Verfügung.

Achtung:
Bis Ende September können auch rückwirkende Anträge zum 01.07.2017 gestellt werden.